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Zelten im Winter 

Rein technisch gibt es kaum Unterschiede zwischen Zelten im Winter und Zelten in der wärmeren Jahreszeit. Allerdings fordern die Kälte und ein schlechtes Wetter der Ausrüstung etwas mehr ab, und die körperlichen Ansprüche sind auch höher.

Für den eigenen Komfort ist es wichtig, daß man ein etwas größeres Zelt wählt als im Sommer. Das Zelt muß auch härtere Witterungsbedingungen aushalten können. Und dazu taugen billigere Supermarktzelte definitiv nicht; jedenfalls nicht, wenn man sich sicher fühlen möchte! Die persönliche Vorbereitung spielt ebenfalls eine Rolle: man sollte mit der Ausrüstung vertraut sein und sie auch bei Wind und Kälte beherrschen.

 

Schnee ist ein Material, das sehr unterschiedliche Konsistenzen haben kann. Daher ist es unmöglich zu sagen: So soll man´s machen! Bei losem und tiefem Schnee gräbt man einen Grube und stampft den Schnee fest bevor das Zelt aufgerichtet wird. Und manchmal ist der Schnee so steinhart, dass man sein Zelt wie im Sommer aufstellen und abspannen kann.

 

Um starkem Wind weniger Angriffsfläche zu geben und um zu vermeiden, daß er unter das Zelt gerät, sollte man das Zelt etwas tiefer in den Schnee stellen. Dadurch bekommt das Zelt seitlich auch zusätzliche Stabilität. Tiefer als die halbe Zelthöhe sollte es jedoch nicht gegraben werden, da man sonst riskiert, daß die Eingänge oder das ganze Zelt zuschneien. Was das Eingraben angeht, ist es schwierig, allgemeingültige Ratschläge zu geben. Jede Situation erfordert ihre eigenen Maßnahmen. In Senken sollte man es nicht zu tief eingraben, da das Zelt hier besonders leicht zuschneien kann. Bei besonders hartem Wind kann man einen Schneewall gegen den Wind bauen - aus Schneeblöcken oder durch Aufschaufeln von Schnee - um den schlimmsten Böen die Kraft zu nehmen.

 

Das Abspannen des Zeltes im Schnee verläuft auf die gleiche Weise wie im Sommer, aber natürlich mit breiteren Heringen bzw. Schneeankern. In festem Schnee können die breiten Schneeheringe wie normale Heringe eingesetzt werden, während man sie bei losem Schnee im 90º-Winkel zur Abspannleine eingräbt, um mehr Widerstand zu bekommen. Man kann natürlich auch zu anderen Mitteln greifen: schneegefüllte Packbeutel, Skistockteller usw. die man fest in den Schnee treten kann. Diese frieren schnell fest und halten ausgezeichnet. Unsere Hilleberg-Schneeheringe haben in der Mitte ein Loch. Hier kann man eine Abspannleine durchziehen; das andere Ende kann mit einem Haken für die Zeltleine versehen werden. Diese Lösung ist einfach und funktioniert sehr gut, wenn man den Schneehering als Schneeanker eingräbt.

 

Skier und Skistöcke eignen sich auch zum Spannen der Zeltleinen. Bei sehr starkem Wind sollte man jedoch mit Skiern vorsichtig sein: Lieber nicht als Hering benutzen, sondern ganz und gar eingraben. Hier riskiert man sonst, daß sie bei besonders heftigen Windstößen zu Bruch gehen!

 

Wenn das Zelt steht, sollte man versuchen den Schnee auszunutzen um es sich gemütlich zu machen. Wenn man in der Apsis ein Fußloch gräbt, kann man im Innenzelt so bequem wie auf einem Stuhl sitzen. Eine Küche ist leicht "gemauert", und sauberer Schnee zum Schmelzen sollte in greifbarer Nähe sein. Zelte mit verlängerter Apsis sind natürlich besonders zum Einrichten im Winter geeignet. Hier liegt sicherlich auch ein Grund für die Beliebtheit dieser Modelle bei uns.

 

 

Ausrüstungsliste für Skitouren mit Übernachtung im Zelt

Die nachfolgende Liste kann bei der Planung einer einwöchigen Skitour mit Übernachtung im Zelt helfen. Natürlich sind Abweichungen möglich, aber grundsätzlich ist diese Aufstellung ein guter Leitfaden (mit Gewichtsangaben), der weder Sicherheit noch Komfort vernachlässigt.

 

Wir gehen davon aus, daß alles im Rucksack getragen wird. Um die wahllose Mitnahme von Ausrüstungegenständen zu vermeiden, werden Gewichtsintervalle ausgewiesen. Wenn man sich konsequent für die leichtesten Möglichkeiten entscheidet, verringert sich natürlich das Gesamtgewicht des Rucksacks erheblich, wobei allerdings nicht nur das Gewicht die entscheidende Rolle spielen sollte, sondern auch die eigene Sicherheit. 

 

Manchmal werden auch Pulkas verwendet. Da sollte man die Mitnahme eines kleineren Rucksacks in Betracht ziehen: für kürzere Tagestouren oder um die Pulka bei starken Steigungen oder im Tiefschnee zu entlasten. Bei Touren mit einem Basislager als Ausgangspunkt ist eine Pulka ideal. 

 

Kleidung etc. für Skitouren bei normalem Wetter

 

 

Extra-Ausrüstung (im Rucksack bzw. In der Pulka)

 

Kleidung für schlechtes WetterMin - Max Gewicht / Kg
Jacke oder Anorak0,4 - 1,5
Überhose0,3 - 1,0
Mütze0,3 - 1,0
Sturmbrille0,1 - 0,5
Pullover/anderes warmes Kleidungsstück0,1 - 0,3
zusätzliche Socken0,2 - 0,4
Unterhemd0,1 - 0,4
Kurze Unterhose0,1 - 0,2
Lange Unterhose0,1 - 0,3
Fäustlinge0,1 - 0,3

 

Geeignetes Material für diese Schlechtwetterbekleidung sollte wasserdicht aber luftdurchlässig sein, wie z.B. Goretex, MPC oder Sympatex. Auch wenn diese Gewebe als "atmungsaktiv" gelten, sind sie bei schweißtreibenden Aktivitäten nicht immer geeignet. Dies ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Wenn man Unterwäsche aus Kunstfaser trägt, sollte die Reserveunterwäsche aus Wolle oder leichtem Fleecematerial sein.

 

Sonstige AusrüstungMin - Max Gewicht / Kg
Rucksack1,5 - 3,5
Schlafsack1,5 - 3,5
Liegematte0,5 - 2,0
Kompass0,1 - 0,5
Karte0,1 - 0,2
Waschbeutel0,1 - 0,2
Toilettenpapier0,1 - 0,2
Besteck0,1 - 0,2
Tasse0,1 - 0,3
Teller oder Schüssel0,1 - 0,3
Flasche und/oder Thermosflasche0,1 - 1,2
Streichhölzer und/oder Feuerzeug0,1 - 0,2
Messer oder Multitool0,2 - 1,0
Taschenlampe0,2 - 0,5
Ski-Wachs (wenn benötigt)0,0 - 0,5
Reparaturset/Ersatzteile0,2 - 0,5
Erste-Hilfe-Set0,1 - 0,3

Gesamtgewicht / kg

6,7 - 21,3

 

In den vergangenen 20 Jahren sind die früher so dominierenden Rahmenrucksäcke von den erheblich weicheren und anatomisch geformten Innengestell-Rucksäcken, den "Softpacks", vom Markt verdrängt worden. Für schwere und unförmige Lasten eignen sich jedoch diese Packrahmen immer noch am besten, während man sonst einen Rucksack mit innenliegenden Aluminiumversteifungen vorziehen sollte.

Ein Rucksack für Wintertouren sollte ein Volumen von 80-100 Liter haben. 

 

Winterschlafsäcke gibt es sowohl mit Daunen- als auch mit Kunstfaserfüllung. Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Der Vorteil einer Daunenfüllung ist das geringe Packmaß, niedriges Gewicht bei guter Leistung. Ein Nachteil ist der oft hohe Preis! Kunstfaserschlafsäcke kosten weniger, aber sind oft schwerer und haben ein größeres Packvolumen. Aber auch hier hat sich viel getan, und der Unterschied in Gewicht und Volumen wird von Jahr zu Jahr geringer. Allerdings, wer den Preis nicht scheut, ist mit einem hochqualitativen Daunensack (gerne mit einem Außenbezug aus Goretex oder Dryloft) immer noch am besten beraten.

 

Eine Isoliermatte aus geschlossenzelligem Schaum sollte mindestens 12 mm (gerne etwas mehr) dick sein um ausreichend auf Schnee zu isolieren. Diese Matten sind leicht und zuverlässig aber brauchen viel Platz. Bei der Wahl einer "selbstaufblasenden" Isomatte sollte diese eine Stärke von mindestens 30 mm aufweisen, gerne mehr. Solche Isomatten sind vorsichtig zu behandeln, da sie im beschädigten Zustand völlig nutzlos werden.

 

Mögliche Extra-Ausrüstung, nicht unbedingt notwendig

Daunenjacke0,6 - 1,5
Gefütterte Hose0,3 - 1,0
Bivak-Schuhe0,4 - 1,0
Schlafsacküberzug0,3 - 0,8
Vapor Barrier Liner/ Schlafsack-Inlett0,3 - 0,6
Steigfelle0,4 - 0,6
Kamera0,3 - 4,5
Fernglas0,3 - 1,0
Kartentasche0,1 - 0,3
Schneebesen (für die Küche)0,1 - 0,2
Schneebürste für Kleidung, Schuhe etc.0,1 - 0,2
Laterne0,2 - 0,5
Leine (Durchmesser 4-5mm, 10-20m lang, möglichst rot)0,2 - 0,4

Gesamtgewicht

3,6 - 9,3

Gemeinsame Ausrüstung für Zelt-Team aus 2 Personen

(Hier wird nur das halbe Gewicht angegeben, also das Gewicht pro Person.)

Zelt1,1 - 2,5 
Kocher (inkl. Spühlzeug & Reparaturset) 0,3 - 0,8
Brennstoff 0,8 - 1,5
Schaufel (Lawinengefahr 1 Stück/Person!)0,3 - 1,0

Gesamtgewicht

2,5 - 5,8

Verpflegung

Man kann die Mahlzeiten auf eine gewichtssparende Art vorbereiten, indem man die Lebensmittel nach Tagesrationen verpackt. Man bekommt eine gute Arbeitsverteilung, wenn man sich beim Kochen bzw. Zeltaufbau abwechselt. Auf einer Sechstagestour hat jeder drei Tagesrationen mit Lebensmittel. Wenn der "Koch" den Brenner, das Geschirr, den Brennstoff und den Spaten trägt, und der/die Partner/-in das Zelt, erreicht man eine einigermaßen gerechte Gewichtsverteilung.

 

Einige Gerichte oder Snacks - wie z.B. Pausensnacks - sollten schon vor der Tour bereitet werden. Dies spart Gewicht und viel Zeit. Man benötigt ungefähr 4 Liter Flüssigkeit pro Tag. Da fühlt man sich wohl, hält sich leichter warm und leistet mehr. Bei der richtigen Planung der Lebensmittel kann viel Gewicht eingespart werden. Eine Tagesration kann zwischen 0.5 und 2.0 Kg wiegen. Das bedeutet, daß das Proviantgewicht auf einer 6-Tagestour zwischen 3 - 12 Kg variieren kann!

 

Die Gewichte in der linken Spalte, aber ohne die mögliche Extraausrüstung: 12.3 Kg 

Die Gewichte in der rechten Spalte, aber ohne die mögliche Extraausrüstung: 38.8 Kg

 

Inklusive Extraausrüstung, leichteste Alternative 16.0 Kg

Inklusive Extraausrüstung, schwerste Alternative 51.7 Kg

 

Mit Hilfe dieser Liste solltest Du einen Rucksack packen können, ohne weit über 20 Kg zu kommen, vielleicht darunter. Man darf sich allerdings nicht im Eifer des Gefechts dazu verleiten lassen, eine zu leichte oder sogar zu wenig Ausrüstung mitzunehmen um Gewicht zu sparen!

 

Es ist gut, einige Tage vor der Abreise zu packen, zu wiegen und mit der Liste zu vergleichen. Letzten Endes ist es Deine Entscheidung, welche Sachen wichtig sind, und welche absolut notwendig sind. Du solltest diese Liste für Deine Rückkehr nach Hause aufbewahren, um sie entsprechend Deinen eigenen Erfahrungen zu ergänzen oder zu korrigieren. Dadurch erarbeitest Du Dir Deine eigene Ausrüstungsliste, die Dir die Vorbereitung zur nächsten Tour erleichtern wird. 

 

Viel Spaß im Schnee wünscht Dir das Hilleberg-Team!